Die 6. Klassen erkundeten das jüdische Pforzheim
Am 23.02.2026, dem 81. Jahrestag der Zerstörung Pforzheims durch Bomben, fuhren die beiden 6. Klassen im Rahmen des Religions- bzw. Ethik-Unterrichts nach Pforzheim. Dort entdeckten sie vor dem Sparkassen-Parkhaus „Stolpersteine“. Frau Tal von der Jüdischen Gemeinde Pforzheim erklärte ihnen die Synagoge an der Enz. Außerdem sahen sie am Denkmal der Alten Synagoge bei der Volksbank Bilder von diesem Gebäude vor und nach seiner Zerstörung 1938. Zum ersten Mal besuchten wir beim Güterbahnhof das Mahnmal für den Abtransport der Pforzheimer Juden 1940 ins südfranzösische Gurs. Begleitet wurden die beiden Klassen von Frau Heiderich, Frau Vietta, Frau Lukassen und Herrn Tinkl.

Blick in die Synagoge an der Enz, Foto: M. Tinkl
Stimmen von Schüler:innen der 6 a:
Ich habe nichts davon gewusst, dass am heutigen Tag vor mehreren Jahren fast 400 Flugzeuge Bomben auf Pforzheim geworfen und 98% der Stadt zerstört haben.
Mir fiel auf, dass überall in der Stadt Plakate hingen, dass der Angriff auf Pforzheim 22 Minuten ging.
Die Stolpersteine vor dem Sparkassen-Parkhaus waren ein großes Symbol für mich.
Dort wurden Juden verewigt, die getötet worden sind.
Ich finde es traurig, weil es sind auch einfach nur Menschen, die einen anderen Glauben haben als wir.
Die Stolpersteine heißen so, weil man mit den Augen darüber stolpern soll.
Ich fand die Bilder von der zerstörten alten Synagoge krass und brutal.
Die Synagoge und Frau Tal haben mir den religiösen Horizont geweitet.
Die nette Frau Tal hat uns all unsere Fragen beantwortet.
In der Synagoge war es sehr cool, weil der Ort so heilig und interessant aussah.
Die Jungen mussten eine Kippa aufsetzen.
Die Bänke waren sehr bequem, bequemer als in unserer Kirche.
Dass eine Tora-Rolle 40.000 Euro kostet, fand ich krass.
Um sie zu schreiben, braucht man ein Jahr.
Frauen müssen nicht jeden Samstag in die Synagoge, Männer schon.
In der Synagoge gibt es drei Küchen.
Dann haben wir uns einen Granatapfel geholt, weil er im Judentum auch eine Bedeutung hat.
Als wir dann zur Judengasse gegangen sind, habe ich gemerkt, dass die Juden nur in bestimmten Teilen in Pforzheim leben durften.
Auch habe ich gelernt, dass es einen Ort in Pforzheim gibt, an dem noch die Originalschienen mit Prellbock stehen. Dort war ein Sammelplatz der Juden, an dem sie dann mit Güterzügen nach Frankreich abtransportiert wurden.
Ich fand es blöd, dass der Judenstern bei Lidl in der Bahnhofsgegend immer von Nazis beschmutzt wird.
Es ist ein sehr trauriger Ort, weil es einem daran erinnert, dass es früher nicht so leicht war wie jetzt.
Es war ein cooler Ausflug, bei dem ich sehr vieles gelernt habe!
Besser als Unterricht!
Nun habe ich gesehen, wie wichtig es ist, sich an frühere Zeiten zu erinnern.

Denkmal für die deportierten Pforzheimer Juden, Foto: M. Tinkl
Bericht von M.Tinkl
